Mit dem Thema afterglow weist die transmediale 2014 darauf hin, dass in einer Welt, in der die Ressourcen (menschliche, körperliche, materielle, ökologische und wirtschaftliche) mehr und mehr aufgebraucht sind, das Digitale seinen Versprechungen der sterilen, hochtechnologisierten Welt mit unendlichen Möglichkeiten nicht länger gerecht wird. Im Gegenteil – die digitale Kultur wird mehr und mehr zu einer post-apokalytischen Einöde, die von einigen wenigen Machthabern regiert wird. Die digitale Kultur ist noch immer aus glänzenden Dingen gemacht, die noch immer zugleich verlockend und unheimlich sind: von den Sozialen Medien bis hin zur Big Data. Auf der einen Seite kann dieses afterglow (dt. Nachleuchten) als ein extremer Ausdruck des verschwenderischen Zustands der digitalen Kultur gesehen werden (Überschuss, Überlastung, endlose Wiederholung, Vorrang von Bedeutung, Ausbeutung). Auf der anderen Seite – so wie man es im Englischen mit dem Spruch „one man’s trash is another man’s treasure“ ausdrückt – bietet es auch eine Entstehung neuer Lebensformen. Für unser Leben in einer post-digitalen Kultur charakterisiert afterglow die Ästhetik und Politik in der Entstehung neuer, uns noch unbekannter Kulturformen.