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transmediale.09 DEEP NORTH

Blickt man über die Szenarien der Erderwärmung, steigender Meeresspiegel und Verwüstung hinaus, dann lautet die entscheidende Frage nicht in erster Linie, wie dies zu verhindern sei. Vielmehr ist es notwendig, die strukturelle Veränderung im Verhältnis von Natur, Kultur und Technologie zu betrachten. Mit dem Festivalthema DEEP NORTH schaute die transmediale.09 im Jahr 20 nach der Wende auf den notwendigen globalen Kulturwandel, der aus dem Schmelzen der Polkappen erwachsen wird.

Mit Künstlern, Referenten und Besuchern aus aller Welt wurde die transmediale.09 DEEP NORTH, die vom 28. Januar bis 1. Februar im Haus der Kulturen der Welt in Berlin stattfand, zum unvergesslichen Ereignis. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen unseren Teilnehmern, Mitarbeitern, Helfern und Förderern dafür bedanken, dass die transmediale auch dieses Jahr zum stimulierenden Ort des Austauschs und Dialogs für Kunst und Digitale Kultur wurde. Impressionen von DEEP NORTH mit Salon-, Konferenzveranstaltungen und Künstlerinterviews finden Sie in unserer Bild- und Videogalerie.

Die Reflexe politischer und ökonomischer Technologien sind zu langsam, deren Arsenal zu einseitig und deren Instrumentarium zu unpräzise. Wenn die gegenwärtige Verteilung von Macht, Technologie, Innovation und Kritik wirkungslos bleibt, dann ...

Eröffnungsvortrag:
In Schönheit Untergehen? Klimawandel als Kulturelle Frage, Claus Leggewie
Thu 29.01. - 13:00

Eröffnung der Konferenz:
Kulturelles Denken und kosmopolitisches Handeln, Paul Quassa and Martin Burckhardt,
moderiert von Rob van Kranenburg
Thu 29.01. - 14:00

Nationalstaatliche Grenzen und Handelszonen bestimmen nach wie vor die Verteilung von Wissen und Technologie. Klimatische Veränderungen nehmen darauf aber keine Rücksicht. ...

Shift, Break, Control - Norden:
Diskussion mit Claudia Kemfert und Lorenz Petersen,
moderiert von Harald Welzer

Fri, 30.01. - 12:00

Shift, Break, Control - Süden:
Diskussion mit Atteqa Malik, Binyawanga Wainaina und Yasir Husain,
moderiert von Rob van Kranenburg

Fri, 30.01. - 15:00

Hotspots sind gesonderte Veranstaltungen in denen Konferenz und Salon sich inhaltlich verbinden. Strategien und Praxisansaetze fuehrender Kuenstler und Designer deren Arbeit die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft, Politik und Technologie durchqueren, werden hier vertieft. 

Hotspot 1: Arktische Kultur - Vision einer geokulturellen Rückbesinnung
Marko Peljhan
Do, 29.01. 18.30 Uhr

Hotspot 2: Eskalation
Territorial Agency (John Palmesino and Ann-Sofi Rönnskog)
Fr, 30.01. 10.30 Uhr

Die Konferenz Making / Thinking: The Cultural Tomorrow der transmediale.09 erforscht die Theorie des Klimawandels, prüft Modelle der Prognose und hinterfragt ökonomische, politische und mediale Technologien der Interpretation solcher Modelle.

Mi 28.01.2009 - 13:00
Talk

Ressourcen und traditionelle Energieträger sind limitiert, die Warnsignale der
 Klimaerwärmung werden immer eindringlicher. Wie steht es aber um den Umgang mit Werten und der Verantwortungsbereitschaft in unserer Gesellschaft?

Mi 28.01.2009 - 16:00
Talk

Indem die Kreativindustrie wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird auch die Bedeutung der Kunst für die Entwicklung einer dynamischen, innovativen und aufgeklärten digitalen Kultur stets deutlicher.

Do 29.01.2009 - 13:00
Talk

Der Klimawandel ist in seinen Ursachen und physikalischen Auswirkungen ein Gegenstand der Naturwissenschaften. In der Komplexität und Unüberschaubarkeit seiner Folgen aber ist er ein zentraler Gegenstand der Sozial- und Kulturwissenschaften. Im Klimawandel liegt nicht nur die Chance, überkommener Standards des Lebens und Handelns, sondern eben auch neue institutionelle und individuelle Formen von Kooperation und Kulturtechniken zur Bewältigung der weit reichenden Gefährdung zu entwickeln. Wo liegen die Chancen und Möglichkeiten, den zerstörerischen Dynamiken schöpferische Elemente entgegenzusetzen? Was bedeutet den Klimawandel als einen kulturellen Wandel zu begreifen? Welche neuen Möglichkeiten eröffnet ein kultureller, künstlerischer Ansatz?

In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen

Do 29.01.2009 - 14:00
Talk

Die nördlichen Eisregionen unserer Erde bilden den Lebensraum für die mehr als 4000 Jahre alte Kultur der Inuit. Sie leben von der Jagd und haben sich an die extremen Umweltbedingungen angepasst. Der Klimawandel und das geopolitische Tauziehen um den Nordpol verändert ihren Lebensraum jedoch radikal und verschiebt nachhaltig ihr kulturelles Selbstverständnis und das gesellschaftliche Gefüge. Ausgehend vom DEEP NORTH der Inuitkultur diskutiert die transmediale.09 Konferenz die Grenzen industrieller Routinen, ökonomischer und politischer Handlungsräume. Making / Thinking: The Cultural Tomorrow wirft die Frage nach alternativen kulturellen Strategien und Handlungsebenen auf. Wie können wir unsere globale, klimakulturelle Zukunft definieren?

Do 29.01.2009 - 18:30
Talk

Die Arktis ist in ihrer zentralen Bedeutung als geokulturelles Gebiet unseres Planeten nach wie vor verkannt. Einerseits herrscht die Illusion eines grenzenlosen Ortes vor, dessen Ressourcen für den globalen Energiebedarf verfügbar werden.

Fr 30.01.2009 - 10:30
Talk

Täglich werden die Charts des globalen Temperaturanstieg aktualisiert, erreichen uns Nachrichten über den Streit um die natuerlichen Ressourcen im Norden, erhöhtes Risiko fuer ökologische Mutationen, ...

Fr 30.01.2009 - 12:00
Talk

Können wir weiterhin aus einer institutionalisierten Position heraus nach Lösungen suchen, wenn die Institutionen selbst zum Teil des Problems geworden sind? Das ist die zentrale Fragstellung, der wir hier nachgehen. Claudia Kemfert wird erklären was es bedeuten könnte, vom Klimaschutz als einem Wirtschaftsfaktor der Zukunft zu sprechen. Lorenz Petersen schlägt vor, sich weniger an den Rohstoffen selbst orientiert als vielmehr das nachgelagerte Produktions- und Vertriebssystem ökologisch zu verändern.

In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen

Fr 30.01.2009 - 15:00
Talk

Der durch die Polizei verschuldete Tod eines 15 jährigen Jungen führt zu Aufständen in Griechenland – Der tragische Unfall eines Bauarbeiters entzündet die explosive Stimmung in Delhi... Ist das die gegenwärtige politische Ordnung: tragische Unfälle als neuer Standard? "Wenn ein Cartoon aus einem Land in einem anderen Land für den Tod eines Menschen verantwortlich sein kann", so Atteqa Malik, "dann sollte auch die politische Praxis so organisiert warden, dass sie grenzüberschreitend funktioniert."

Sa 31.01.2009 - 10:30
Talk

Sheila Jasanoffs Forschungsarbeiten beziehen sich auf die Funktion von Wissenschaft und Technologie in Rechtssprechung, Politik und öffentlichen Ordnung moderner Demokratien. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den gesellschaftlichen Herausforderungen durch die Mechanismen der Globalisierung. Sie hat zahlreiche Artikel und Bücher zu Problemen wie Umweltschutzbestimmungen, Risikomanagement, Biotechnologie in den USA, Europa und Indien veröffentlicht. Sheila Jasanoff wird im Rahmen der Konferenz der transmediale.09 Making / Thinking: The Cultural Tomorrow wird über die Regeln der Globalisierung und die damit einhergehenden gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen von Demokratien sprechen.

Sa 31.01.2009 - 13:00
Talk

"Es ist also der Durchgangsort der empfangenen und zurückgegebenen Bewegungen, der Bindestrich zwischen den Dingen, welche auf mich wirken, und den Dingen, auf welche ich wirke [...]" (Henri Bergson) Manchmal treten Ereignisse ein, die die Lebensumstände in einer Epoche für immer verändern. Ereignisse wie der Fall der Mauer, die kubanische Raketenkrise oder 9/11 hatten gleichermassen reale wie symbolische Auswirkungen auf die Vorstellungskraft der westlichen Zivilisation. Deren soziale, geopolitische und kulturelle Folgen haben unsere Welt für immer verändert. Wie kommt es, dass diese Ereignisse trotz aller Strategien, Szenarien, Aufzeichnungs- und Auswertungssysteme so unvorhersehbar bleiben? Gibt es irgendeine Form ethischer oder moralischer Teleologie in diesem globalen, klimakulturellen Transformationsprozess? Wie könnte sich eine solche Verschiebung in der Psychologie der Wahrnehmung langfristig auswirken? Können wir schon sehen wie alles enden wird?

Sa 31.01.2009 - 16:00
Talk

Umwelt und Gesellschaft 2.0 versucht, das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Gesellschaft, Natur und Technologie zu entschlüsseln.

Sa 31.01.2009 - 20:00
Special event

905 künstlerische Arbeiten aus 53 Ländern wurden zum Thema DEEP NORTH für den Wettbewerb der transmediale eingesendet. Der transmediale Award widmet sich aktuellen Positionen der digitalen Kunst und Medien. Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, ihre jüngsten Arbeiten bei dem Wettbewerb einzureichen. Die Jury des diesjährigen Wettbewerbs besteht aus Annick Bureaud (Paris), Bronac Ferran (London), Juha Huuskonen (Helsinki), Pooja Sood (Neu Delhi) und Christoph Tannert (Berlin).