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transmediale.09 DEEP NORTH

Blickt man über die Szenarien der Erderwärmung, steigender Meeresspiegel und Verwüstung hinaus, dann lautet die entscheidende Frage nicht in erster Linie, wie dies zu verhindern sei. Vielmehr ist es notwendig, die strukturelle Veränderung im Verhältnis von Natur, Kultur und Technologie zu betrachten. Mit dem Festivalthema DEEP NORTH schaute die transmediale.09 im Jahr 20 nach der Wende auf den notwendigen globalen Kulturwandel, der aus dem Schmelzen der Polkappen erwachsen wird.

Perry Bard: Man With A Movie Camera: The Global Remake (us, 2007) 

Man With A Movie Camera: The Global Remake ist ein partizipatorisches Video-Web-Projekt. Menschen überall auf dem Globus sind eingeladen, Vertovs kinematographisches Meisterwerk Man With A Movie Camera, welches in den 20er Jahren das industrielle Zeitalter zelebrierte, im Kontext heutiger Informations- und Kommunikationsstrukturen fortzuschreiben. 

Eigenes Videomaterial ist hochladbar unter  http://dziga.perrybard.net/

January 28, 2009 - February 1, 2009

Die Ausstellung des transmediale AWARD 2009 zeigt ein breites Spektrum von künstlerischen Positionen und Erkundungen auf die vielfältigen und häufig widersprüchlichen Szenarien des Klimawandels. Wird das Schmelzen der Polkappen zu einer Notstandssituation führen, die das Überleben selbst an erste Stelle setzt?

Jenseits dieses Schreckgespenstes einer durch mangelnde Voraussicht aus dem klimatischen Gleichgewicht geratenen Welt, geht die Ausstellung den Symptomen, dem Kontext und der möglichen Zukunft dieses scheinbar unmerklichen, aber fundamentalen Wandels nach.

Eine Erweiterung des DEEP NORTH Themas der transmediale.09 jenseits der jeweiligen Festival-Ausstellungsorte: 4 exemplarische 'network and community based' Arbeiten wurden gewählt, die exklusiv online zu sehen sind ... 

Real Costs und Oil Standard, von Michael Mandiberg

Die Ferne die man erreicht ist nicht die wahre Ferne
, von Thomas Köner

Fluid Nexus, von Nicholas Knouf

installation

Galerie [DAM]Berlin
Ausstellung: 27. Januar - 7. Februar 2009

Die NON-Maschinen sind Anwendungsprogramme, die die Aufmerksamkeit auf Aspekte wie Verlangsamung, Entnetzung, Wissensentzug, Agrammatikalität, Nicht-Funktionalität lenken.

installation interactive

Corpora in Si(gh)te
in .CHB - Collegium Hungaricum Berlin
Jan 27 - Mär 8
Eröffnung: Jan 26, 19:00

Architektur als räumliches, umweltorientiertes Messungs-System - ein intelligentes Gebilde, die eine Reflexion von der sich umgebenden Umwelt hervorruft.

Mit der Informationstechnologie von Corpora in Si(gh)te der Architektengruppe doubleNegative Architecture wird virtuell das sich gegenseitig bedingende Verhältnis von Umwelt und Architektur durch kontinuierliche Raummessungen aufrechterhalten und gewahrt. Laut den C.i.S Architekten liegt hier der Grundgedanke von Architektur an sich!

installation

In einer poetischen Erzählung von Resignation und Verfall portraitiert Reynolds in seiner Videoinstallation sechs Menschen in ihren Wohnungen. Isoliert voneinander, doch durch die Massenmedien Radio und Fernsehen miteinander verbunden, werden ihre undramatischen Lebensläufe – essen, schlafen, fernsehen – zwar von Nachrichten über die Probleme der Welt und bevorstehende Umweltkatastrophen überlagert, jedoch nicht weiter tangiert.

Nittas Projekt bringt gegenwärtige grüne Tendenzen auf die Spitze: Die Extreme Green Guerillas bilden ein Netzwerk aus Menschen, die sich selbst versorgen und ihren Lebensstil zugunsten der Umwelt einschränken und beispielsweise die Nutzung von Internet oder Mobiltelefonen verweigern, um damit keine Großkonzerne zu unterstützen.

Die Telefon-Installation ist ein Mahnmal für die drei Millionen Toten aus den 'Koltankriegen', die seit 1998 um den Abbau von Koltan im Kongo geführt werden. Dieses Erz ist der Rohstoff aus dem das Metall Tantal gewonnen wird, das als wesentlicher Bestandteil der Mikroelektronik zur Herstellung von Mobiltelefonen und Computern benötigt wird.

Die interaktive Multimedia-Installation besteht aus einer Zwei-Kanal-Projektion, die Infrarotaufnahmen der Nordsee als postapokalyptische Landschaft zeigt, die für den Besucher aber ausschließlich durch Nachtsichtgeräte sichtbar sind.

http://www.nomadicmilk.netDas Projekt 'NomadicMILK' vergleicht den Vertrieb und Verkauf von Milchprodukten zwei ganz unterschiedlicher Händler in Nigeria: Mit Hilfe von GPS Geräten werden die Fahrtwege von den als Nomaden lebenden 'Fulani' mit denen eines unternehmerisch tätigen Milchproduzenten namens 'PEAK milk', nachvollzogen und verglichen.