Mit beachtlicher Ironie entlehnt Ho Tzu-Nyen, einer der renommiertesten Filmemacher Singapurs in diesem Kurzfilm-Loop das Bild des Newton'schen Apfels als Metapher für die sich der Figur des Künstlers stellende, vergebliche Herausforderung, aus sich selbst heraus einen schöpferischen Einfall (nach dem anderen) zu erlangen.
Die Künstler/Forscher Garnet Hertz und Jussi Parikka entwickeln unter dem Begriff der Medienarchäologie eine neue künstlerische Methode, die darauf abzielt, jenes Gedächtnis der Medien auszugraben, das nicht nur aus menschlichen Erinnerungen besteht, sondern auch aus solchen von Dingen, Chemikalien oder Schaltkreisen, und nähert sich somit Methoden wie Do-it-Yourself, Circuit Bending oder Hardware Hacking an.
Die Berliner Gruppe Telekommunisten hat eine offene Mircoblogging-Plattform geschaffen, die im Kern auf einem Protokoll beruht, das bis in the 1970er zurückgeht. Die Idee ist, mit Thimbl einen einzigen, multipotenten Webhost anzubieten, anstatt auf unterschiedliche Social Networks, Email-Anbieter, Webseiten-Hosts etc. angewiesen zu sein.
Mit diesem Projekt untersucht die australische Spieletheoretikerin Mez Breeze, wie sich Wissensbildungsprozesse und Unterhaltunsmodelle mittles künstlich generierter Einwirkungsweisen verändern.
Die Arbeit ist Teil des “Augmentology 1[L]0[L]1_project“, das sich mit Informationsaufnahme innerhalb künstlicher Umwelten befasst und seine Erkenntnisse per Verlinkungen zugänglich macht.
Auch der Amerikaner Evan Roth dürfte vom letzten Festival noch geläufig sein. Dann als eines der Mitglieder des F.A.T. Lab für den transmediale Ward nominiert, ist er nun mit einem Solo-Projekt vertreten, einer Software für Graffitikünstler, mit der sie ihre Schreibgesten archivieren, analysieren und weiterverarbeiten können.
Eines Tages schoss Ei Wada ein atemberaubendes Bild in den Kopf. Er stellte sich vor, wie alte, weggeworfene Elektrogeräte auf den Straßen einer Stadt als Musikinstrumente gespielt würden. Durch Herumexperimentieren mit alten Röhrenfernsehern und Videorekordern hat der junge Künstler aus Japan diese Idee schließlich umgesetzt.
Tag für Tag überweist die Künstlerin Christin Lahr 1 Cent an das Bundesfinanzministerium. Als "Verwendungszweck" fungieren jeweils 108 Zeichen aus Karl Marx' "Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie": Solange, bis die Bundesbank das gesamte Werk auf ihrem Konto zu liegen hat.
Diese Installation mit performativ-akustischen Elementen stammt von der indonesischen Künstlergruppe HONF (House of Natural Fibre) und stellt eine Reaktion auf das religiös motivierte, nationale Verbot alkoholischer Getränke im öffentlichen Raum dar. Nicht nur macht das Projekt die mitunter fatalen Konsequenzen der für das Land typischen illegalen Methanolpanscherei sichtbar, sondern weist gleichzeitig auf risikolose Fermentationsmethoden leicht erhältlicher tropischer Früchte.
In seinem Essay sucht der Amerikaner Jordan Crandall nach neuen Analyseansätzen im Hinblick auf die Kalkulationsmethoden von Tracking-Technologien. Welche neuartigen Hybridformen diese oft algorithmisch augmentierten Technologien begünstigen, soll hier mittels des für Crandall zentralen analytischen Strukturprinzips "program" erschlossen werden.